21.1 oder 15.1 – die 7.4-km-Frage am Forchlauf

Nach 2018 und 2019 stand ich nun endlich ein drittes Mal am Start zum Forchlauf. Dem genauso schönen wie anstrengenden Abendlauf durch die Wälder zwischen Zürichberg und Pfannenstiel. Vor zwei Dingen hatte ich besonderen Respekt: die Hitze und all die teils fiesen Steigungen – ganz besonders jene nach gut 18 Kilometern. Werden die Beine noch frisch genug sein, um hier zügigen Schrittes hoch zu laufen?

Doch eine Entscheidung galt es viel früher schon zu fällen. Halbmarathon oder doch „nur“ 15.1 Kilometer? Beim Forchlauf steht man beim Lauf selbst vor dieser Qual der Wahl.

Start: die Hitze

Knapp eine Stunde vor Start zum Forchlauf am gestrigen Mittwochabend traf ich beim ASVZ Sportzentrum beim Zoo Zürich ein. Die erste Aufgabe bestand nun darin, die richtige Schlange für die Startnummernausgabe und von dieser auch noch das richtige Ende zu finden. Nicht einfach, aber lösbar und so standen wir alle irgendwann mit unserer Startnummer auf der Brust bereit für den abendlichen Lauf.

Der Tag war, so wie die meisten bisher in diesem Juni, schlicht heiss. Ein Attribut, das ich so gar nicht mag zum Laufen. Mehrere Male kühlte ich bereits vor dem Lauf Kopf und Nacken mit Wasser und trank auch noch genügend, aber doch nicht zu viel. Die Strecke verläuft vielfach durch den Wald und verspricht somit viel Schatten. Doch immer wieder geht es auch raus an die pralle Sonne und da hoffte ich stark, dass sie möglichst rasch an Stärke verlieren möge.

Süessblätz: die Entscheidung

So kam es dann auch, soviel darf ich bereits sagen. Die ersten Kilometer waren noch ziemlich heiss und aufgrund der grossen Läuferschar auf dem Waldweg nicht unbedingt angenehm. Doch nach der kühlenden Wasserbecherdusche nach 4 Kilometern bei Pfaffhausen wurde es besser und der Lauf entwickelte sich zu einem wunderschönen Abendlauf mit traumhafter Stimmung und bei allerbestem Wetter – inklusive Temperatur.

Die Hitze ging also weg, die Steigungen jedoch, sie blieben und die gröbsten werden erst noch kommen. Ich fühlte mich sauwohl und kam so richtig ins Laufen rein. So stand für mich ausser Frage, in welche Richtung ich beim Süessblätz nach 7.4 Kilometer laufen werde. Immer schön weiter gerade aus der Strecke für den Halbmarathon folgend. Das Besondere am Forchlauf ist nämlich, dass man sich noch während des Laufes entscheiden darf – oder muss – zwischen den 15.1 und den 21.1 Kilometer.

Forchdenkmal: der Bergpreis

Weiter geht es also dem Forchdenkmahl entgegen, dem höchsten Punkt der Strecke auf rund 740 Meter über Meer. Dafür muss erst einmal die Hohle Gasse bezwungen werden, ein schmaler, steiniger und steiler Pfad den Wassberg hoch. Kurz danach folgt noch ein weiterer deftiger Anstieg und dann hat man es geschafft! Noch kurz durch den Wald zum Forchdenkmahl und die Hälfte der Strecke darf als erledigt angeschaut werden.

Folgt also nur nochmals soviel – und trotz höchstem Punkt werden weitere steile Wegstücke kommen. Aber egal, erst einmal darf man es sausen lassen. Bis zum Süessblätz geht es von nun an abwärts. Naja, mal abgesehen vom ansteigenden Weg direkt nach dem Forchdenkmahl und dem Anstieg zum Süessblätz selbst. Aber dazwischen? Sausen lassen!

Ziel: die Freude

Ich schaue fast nie auf meine Laufuhr und laufe nur nach Gefühl, denn dieses ist grad saumässig gut. Es läuft und läuft und läuft und macht ganz grossen Spass. Ok, es ist auch anstrengend, klar. Doch vieles ist jetzt geschafft. Es gilt noch die Kilometer zu vollenden bis zu den 21.1 Kilometern im Ziel und natürlich gibt es da noch die eine Steigung kurz nach der 18 Kilometer Marke. Da geht es nochmals so richtig steil hoch und diesen Hang will ich nochmals richtig drücken können. Und ja, es geht!

Ich komme gut hoch und kann danach wieder anziehen, denn von nun an geht es fast nur noch abwärts zurück ins Ziel beim ASVZ Sportzentrum. Die wenigen Steigungen kann ich auf den letzten zwei Kilometern leicht wegstecken und laufe so mit zügigen Schritten, aber auch total geschafft, ins Ziel ein. Und da staune ich über meine Zeit, auch wenn ich es aufgrund meines Gefühles während des Laufes ein wenig erhofft hatte. 1:44:36 für die 21.1 Kilometer mitsamt 400 Höhenmeter. Das ist echt geil!

Laufen ASVZ Forchlauf Zürich

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